„Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!“

J. W. von Goethe (Faust I, V. 447–448)

Kosmos und Mensch

Eine strukturelle Analogie zwischen Planetenabständen
und menschlichen Körperproportionen

Klaus Weiinger

Prolog

In München kann man an einem ganz normalen Nachmittag einen „Ausflug ins All“ unternehmen. So kündigt es jedenfalls das Deutsche Museum an.1 Zu diesem Zweck gibt es dort den sogenannten Planetenweg, der sich über viereinhalb Kilometer vom Innenhof des Museums auf einem landschaftlich schön gelegenen Fußweg am östlichen Isarufer bis zum Tierpark Hellabrunn erstreckt.

Auch andernorts finden sich solche Planetenwege, wie zum Beispiel im Botanischen Garten des Schlosses Nymphenburg oder im Ortspark Kirchheim bei München. Es ist eine wunderbare und beliebte Möglichkeit, um uns Menschen die gewaltigen Dimensionen und Proportionen unseres Sonnensystems anschaulich zu machen.

Dagegen ist absolut nichts einzuwenden. Und doch hätten sich all diese Spaziergänger ihren Weg im Grunde sparen können.

Denn sie tragen das exakte Modell stets bei sich.

Ein Ausflug in das Modell

I.

Der Kopf hat beim erwachsenen Menschen zur Gesamtkörperlänge ein klassisches Längenverhältnis von 1/8. Ein anderer mathematischer Ausdruck dafür wäre 5/40.

Stellen wir uns vor, wir hätten einen Arm nach oben gestreckt und verfolgen die einzelnen Knochen von der Fingerspitze nach unten. Wir vergleichen nun die einzelnen Knochen wie vorhin den Kopf mit der Körperlänge, aber mit dem Unterschied, dass wir sie nicht direkt mit der Körperlänge, sondern mit dem Kopf vergleichen, für den wir aber nicht die 1 als Basiswert nehmen, sondern die 5.

5 / 13 Das Nagelglied des Fingers entspricht dann 5/13, das Fingermittelglied 5/7, das Fingergrundglied 5/5, die Mittelhandknochen 5/3 (die Handwurzelknochen lassen wir vorerst außen vor) und der Unterarm 5/1. Es wird immer die 5 durch eine ungerade Zahl geteilt, abwärts von 13 bis zur 1 (mit einer Lücke zwischen 11 und 9).
5 / 7
5 / 5
5 / 3
5 / 1

Ab jetzt findet immer eine Multiplikation statt: Die 5 wird mit geraden Zahlen ab 2 bis zur 10 multipliziert.

5 · 2 Oberarm mit Schulterblatt entspricht 5·2, Kopf bis Sitzbein bzw. Kopf des Oberschenkelknochens 5·4, Kopf bis Knie 5·6, Kopf bis Fußsohle 5·8 (die 40 von oben) und Gesamtreichweite (aufrecht mit ausgestrecktem Arm) 5·10.
5 · 4
5 · 6
5 · 8
5 · 10

Die Formel, welche diese Zahlen zum Ausdruck bringt, ist rn = 5 · n(-1)n KE.

r ist die Knochenlänge, KE die Körpereinheit. Die Gesamtlänge des Körpers wäre 40 KE. Es geht hierbei um Proportionen. Wäre ein Mensch 1,80 m groß und würde man diese Größe durch 40 teilen, ergäbe 1 KE = 4,5 cm.

Alle genannten Knochen und Körperproportionen stehen in einem Verhältnis zum Kopf, der 5, welche in der Körperformel rn = 5 · n(-1)n der bestimmende Parameter ist.

II.

Stellen wir uns ein zweites Mal vor, wir hätten einen Arm nach oben gestreckt und verfolgen die einzelnen Knochen von der Fingerspitze nach unten. Die einzelnen Knochen und Körperproportionen fangen von der Fingerspitze klein an und werden immer länger. Genauso ist es mit den Planetenradien in unserem Sonnensystem. Planetenradien kann man in Kilometer angeben, in der Astronomie verwendet man stattdessen gern die Astronomischen Einheiten (AE).

Man legt die mittlere Entfernung der Erde als 1 AE fest. Dann kann man alle anderen Planeten ins Verhältnis setzen. Wir gehen genauso vor wie oben und sagen, der Kopf (eigentlich 1/8) sei 5/40 und nehmen wie oben die 5 als bestimmende Zahl. Jetzt gehen wir die Planetenreihe durch:

5 / 13 Merkur entspricht 5/13, Venus 5/7, Erde 5/5 (was exakt 1 AE ergibt), Mars 5/3 (dann kämen die Planetoiden, denen man kein solches Proportionsverhältnis geben kann) und Jupiter 5/1. Es wird immer die 5 durch eine ungerade Zahl geteilt, abwärts von 13 bis zur 1 (mit einer Lücke zwischen 11 und 9).
5 / 7
5 / 5
5 / 3
5 / 1

Ab jetzt findet immer eine Multiplikation statt: Die 5 wird mit geraden Zahlen ab 2 bis zur 10 multipliziert.

5 · 2 Saturn entspricht 5·2, Uranus 5·4, Neptun 5·6, Pluto 5·8 (die 40 von oben) und der Aphel Pluto 5·10.
5 · 4
5 · 6
5 · 8
5 · 10

Die Formel, welche diese Zahlen zum Ausdruck bringt, ist rn = 5 · n(-1)n AE.

r ist die mittlere Entfernung, AE die Astronomische Einheit. Die Ausdehnung des Planetensystems wäre 40 AE (die Sonne ist laut Formel 5·0). Alle genannten Planeten sowie der Aphel Pluto stehen in einem Verhältnis zur 5, zum Jupiter, welche in der Planetenformel rn = 5 · n(-1)n der bestimmende Parameter ist.

III.

Wer Teil I und Teil II nebeneinanderlegt, sieht es sofort: Die Körperformel und die Planetenformel haben dieselbe Struktur. Die Längen der menschlichen Knochen und Körpersegmente wachsen vollkommen analog zu den Abständen der Planeten zu der Sonne.

Die Planeten sind einzigartig und Menschen gibt es viele. Das Planetensystem kann nur das Urbild sein, die Menschen sind Individuen, weshalb bei allen Menschen alle Knochen etwas anders sind. Die Zahl 5 ist der universelle Proportionsfaktor. Im Mikrokosmos ist sie der menschliche Kopf, im Makrokosmos ist sie die Entfernung des Jupiters von der Sonne. Die Erde aber, der Mesokosmos, ist die 5/5 = 1.

Der vorliegende Artikel stellt das Präludium einer siebengliedrigen Artikelserie mit Anhang dar. Die Artikel zwei und drei („Die symmetrische Abstandsreihe der Planeten“ und „Das kosmische Maß des Menschen“), die Anfang der 2000er-Jahre entstanden waren, sind im Frühjahr 2026 überarbeitet und exklusiv auf dieser Webseite veröffentlicht worden. Danach entstanden in kurzer zeitlicher Folge die anderen Artikel. Was in etwa 25 Jahren getrennt nebeneinander stand, konnte vom Autor im März/April 2026 vereinigt werden. Astronomische Einheiten und Körpereinheiten waren schon zuvor eins, die Planetenformel und die Körperformel sind es nun auch. Es handelt sich um eine Formel, die in ihrer Schlichtheit und Eleganz eine Harmonie zwischen Makro-, Meso- und Mikrokosmos zum Ausdruck bringt.

Dem Autor ist dabei wissenschaftliche Methode und Genauigkeit Grundlage des Forschens. Er schließt sich einer phänomenologischen Methode an, indem er etwas möglichst genau beobachtet und so weitergibt, dass es durchdacht und geprüft werden kann – ganz im Sinne Goethes: „Das Höchste wäre zu begreifen, dass alles Faktische schon Theorie ist. Die Bläue des Himmels offenbart uns das Grundgesetz der Chromatik. Man suche nur nichts hinter den Phänomenen; sie selbst sind die Lehre.“

Die Formel entstand aus der Beobachtung eines numerischen Musters in Tabellen der Planetenabstände. Unabhängig davon fiel beim Betrachten der Proportionen des eigenen Arms eine strukturelle Analogie auf. Erst die Zusammenführung beider Beobachtungen führte zur Hypothese, dass ein gemeinsames Proportionsschema vorliegen könnte — einer Hypothese, die anschließend anhand mehrerer anthropometrischer Datensätze überprüft wurde.

Die neun Körpersegmente wurden nicht nachträglich an die Formel angepasst. Sie entstanden aus der anatomischen Beobachtung einer kontinuierlichen Bewegungskette — von der Fingerspitze aufwärts bis zur Körpergröße —, die der Autor beim Betrachten seines eigenen Arms erkannte. Die Liste stand vor dem mathematischen Vergleich fest.

Methodischer Hinweis zur Entstehung: Bei der Überarbeitung und Erweiterung dieser Artikelserie im Frühjahr 2026 hat der Autor mit zwei KI-Systemen zusammengearbeitet: Googles Gemini Pro 3.1 unterstützte die Textarchitektur, die Recherche und die Webformatierung; Anthropics Claude Sonnet 4.6 übernahm die mathematische Verifikation, die kritische Prüfung der Daten und die externe Begutachtung. Beide Systeme haben nicht autonom gehandelt, sondern als Werkzeuge im Dienst des Autors — alle inhaltlichen Entscheidungen, alle Hypothesen und die Verantwortung für das Dargestellte liegen allein beim Autor.

Von der Veröffentlichung im Internet erhofft sich der Autor, dass es Leser anregt, an Fragen und Themen, die sich aus dem Ganzen ergeben, weiter zu forschen.

1 Vgl. Webseite des Deutschen Museums (https://www.deutsches-museum.de/museumsinsel/programm/programm-a-z/planetenweg), Stand: 16.04.2026.