Der Kopf — das Maß aller Dinge

Körper und Planeten

Dieser Beitrag baut als eine ergänzende Proportionsstudie auf der Kenntnis der beiden Beiträge „Die symmetrische Abstandsreihe“ und „Das kosmische Maß des Menschen“ auf und bildet die Synthese beider: Hier wird die Planetenformel mit den gemeinsamen Proportionen des Menschen und des Planetensystems in Einklang gebracht.

Der Ausgangsgedanke ist, dass der menschliche Körper im Bild auf die Größe des Planetensystems gebracht wird, sodass die Sonne die Schädeldecke berührt und die Füße die Plutobahn berühren. Wie bereits im vorherigen Kapitel „Das kosmische Maß des Menschen“ ausführlich hergeleitet, wird diese astronomische Distanz von rund 40 AE im anatomischen Modell mit 40 Körpereinheiten (KE) gleichgesetzt.

Hinweis: Der besseren Lesbarkeit wegen wird in diesem Beitrag auf Nachkommastellen verzichtet; die exakten Abweichungen der einzelnen Segmente (wie etwa die Neptun-Position am Knie) finden sich in der empirischen Auswertung des vorangegangenen Kapitels.

Dieses Modell ist die Basis für Abbildung 1, die die Planeten Jupiter bis Pluto zeigt — auf die inneren Planeten wird weiter unten eingegangen. Das anatomisch richtige Skelett stammt von kinebody.com, die Planetenkreise sind maßstabsgerecht.

Skelett liegend im Planetensystem mit Jupiter bis Pluto
Abbildung 1: Das menschliche Skelett liegend im Planetensystem (Jupiter bis Pluto)

Der Kopf des Skeletts passt vom Durchmesser fast genau in die Jupiterbahn — es besteht die nahezu exakte Radius-Entsprechung: Jupiter (5,2026 AE) und Kopf (5 KE).

Der Kopf befindet sich in einem vertikalen Verhältnis zur Gesamtkörperhöhe von etwa eins zu 7,5 (in der Kunst 1:8). Teilt man die Körpergröße Pluto (39,4821 KE) durch 7,5, ist das Ergebnis 5,2643 KE, was recht genau Jupiter (5,2026 AE) entspricht — mit einer prozentualen Abweichung von ca. 1,18 %. Teilt man dagegen 39,4821 KE durch 5, ergibt sich 7,8964 — also ein Wert, der zwischen dem künstlerischen Kanon (1:8) und dem biometrischen Mittelwert (1:7,5) liegt. Abbildung 2 verdeutlicht mit der Rotation des Skeletts anschaulich, wie der Kopf stets in der Jupiterumlaufbahn verbleibt.

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Abbildung 2: Das menschliche Skelett rotierend im Planetensystem (Jupiter bis Pluto)

Körper, Planeten und die Formel

An dieser Stelle kommt „Die symmetrische Abstandsreihe“ ins Spiel. Dort hat der Autor die folgende Formel für die Planetenabstände aufgestellt:

$$r_n = 5 \cdot n^{(-1)^n}$$

Mit ihr ergeben sich recht genau die Planetenabstände. Dabei fallen zwei besondere Aspekte auf.

Erstens: Gerade Indizes n liefern die Planeten ab Saturn, ungerade Indizes n die Planeten von Merkur bis Jupiter. In Abbildung 3 ist erkennbar, wie bei vertikal ausgestrecktem Arm alle Planeten oberhalb des Schädels die ungeraden, sich aus der Formel ergebenden Zahlen tragen (1, 3, 5, 7, 13), während sich darunter alle geraden Zahlen befinden (2, 4, 6, 8). Im oberen Armbereich handelt es sich stets um eine Division der Zahl 5, im unteren Bereich stets um eine Multiplikation.

Zweitens: Der Faktor 5. In beiden Fällen — Division wie Multiplikation — bestimmt einheitlich die 5 das Maß. Die reine 5 ist der Kopf; an ihm richten sich alle hier dargestellten Proportionen aus.

Skelett mit den Abstandszahlen
Abbildung 3: Das menschliche Skelett und die Planeten mit Abstandszahlen

Eine wichtige Besonderheit ergibt sich, wenn man in die Formel den Index n = 0 einsetzt: r0 = 5 · 01 = 0. Die Sonne erhält damit den Wert null. Dieser Nullpunkt ist kein Randfall — er ist das Fundament des Systems. Die Sonne ist nicht ein Glied der Planetenreihe, sondern ihr Ursprung: der Punkt, von dem aus alle Abstände gemessen werden und gegen den alle Verhältnisse definiert sind.

Im menschlichen Körper entspricht diesem Nullpunkt der Scheitelpunkt des Schädels. Legt man das Skelett — wie in Abbildung 1 — in das Planetensystem, so berührt die Sonne — genauer: ihr Mittelpunkt — genau die Schädeldecke, und von dort aus entfalten sich alle Proportionen nach unten: Saturn als Länge des Oberarms mit Schulterblatt, Uranus als Abstand Scheitel bis Sitzbein, Neptun als Abstand Scheitel bis Knie, Pluto als volle Körperhöhe bis zur Fußsohle.

Damit haben das Sonnensystem und der menschliche Körper astronomisch wie anatomisch denselben Ursprung: einen Nullpunkt, der selbst kein Körper ist, sondern der Ort, von dem aus die Ordnung beginnt. Die Sonne steht im Zentrum des Sonnensystems — der Scheitelpunkt des Schädels steht am Anfang aller Körperproportionen.

Der Kopf — das Maß

Jupiter hat nach der Formel den Radius r1 = 5/1 = 5 AE. Da der Kopf 5 KE misst, sind Kopf und Jupiterbahn die gemeinsame metrische Mitte des gesamten Systems. Jupiter ist nach der Sonne mit Abstand die größte Kugel im Sonnensystem — eine Eigenschaft, die er mit dem menschlichen Kopf im Verhältnis zum Körper teilt. Kugelgelenke als weitere „Kugeln“ des Körpers sind dagegen deutlich kleiner.

Die Zusprechung des Kopfmaßes von 5 KE im Verhältnis zu den 40 KE des Pluto führt mithilfe der Formel dazu, dass alle Planetenabstände sich durch Multiplikation oder Division mit der 5 ergeben:

Jupiter stellt sich durch die Formel als 5/1 AE dar, Mars als 5/3, die Erde als 5/5 (= 1 — exakt eine Astronomische Einheit), Venus als 5/7 und Merkur als 5/13. Alle diese ungeraden Zahlen liegen im Kopfbereich, innerhalb der Jupiterbahn. Saturn entspricht 5·2 AE, Uranus 5·4, Neptun 5·6 und Pluto 5·8 (der Aphel des Pluto entspricht 5·10).

Skelett liegend im Planetensystem mit Merkur bis Pluto
Abbildung 4: Das menschliche Skelett liegend im Planetensystem (Merkur bis Pluto)

Dies ist der Kernbefund dieses Kapitels: Die Planetenformel und die Körperformel sind ein und dieselbe. Alle Planetenabstände haben durch die Formel eine Beziehung zum Maß des Kopfes — und alle Gliedmaßenknochen sowie die Körperstatur haben ebenso durch dieselbe Formel eine Längenbeziehung. Die Mittelhandknochen sind beispielsweise 5/3 KE lang, der Abstand Scheitel bis Knie beträgt 5·6 KE. In „Das kosmische Maß des Menschen“ findet man die Anleitung zur Umrechnung in Zentimeter bei bekannter Körpergröße.

Die 5 ist der universelle Proportionsfaktor — im Mikrokosmos verkörpert durch den menschlichen Kopf, im Makrokosmos durch den Abstand des Jupiters von der Sonne. Und der Nullpunkt beider Systeme ist derselbe: dort, wo die Ordnung beginnt, ohne selbst ein Maß zu sein.